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  • Schachklub Thun

SMM Runde 1: Court 1 - SK Thun 1

Die erste SMM Runde der Saison führte uns nach Court, wo ein sehr starkes Team, angeführt vom International Meister Patrice Lerch, auf uns wartete. Da von Patrice, der letzte Saison 5½ aus 6 erreichte, einige italienische Partien in der Variante "Giuoco Pianissimo" bekannt waren, erwartete ich einen schweren Kampf, aber nicht eine Partie, die in der Eröffnung entschieden wird, aber dazu später mehr.

Von den Elo-Zahlen her versprach es ein ausgeglichener Wettkampf zu werden.

Der Match startete unglücklich für Thun, da Martin eine Kombination seines starken französischen U18-Gegners übersah und danach das Matt nicht mehr verhindern konnte. Am Brett von Simon war eine ausgeglichene Stellung entstanden mit Remis als baldiges Resultat. Dafür spielte Rambert gegen Gabriel Fernandez Barbosa dos Santos eine starke Partie. Die Druckstellung, die er in der Eröffnung erreichte, spielte er gekonnt zu Ende und gab dem mehr als 2000-Elo aufweisenden Schweizer Junior keine Chancen auf Rettung mehr. Danach akzeptierte Stefan in einer schlechteren Stellung das Remisangebot des Gegners, aber Hugo und Ledion konnten ihre Stellungen nicht mehr retten.

Der Stand war daher schon 4-2 für Court, als Bernhard und ich an den vordersten 2 Bretter gegen die Mannschaftsniederlage kämpften. Die entstandene Endspiele hatten aber durchaus das Potential 2 Punkte zu bringen.

Bernhard hatte im Mittelspiel sein Gegner unter Druck gesetzt und danach ein sehr vorteilhaftes Endspiel erreicht.

Nach einigen Scharmützeln konnte sein Gegner die Umwandlung des d-Bauerns nicht mehr verhindern und gab auf.

Ich hatte mir von Anfang an vorgenommen, dass ich, sobald die Stellung durch meinem Gegner geöffnet wurde, möglichst aktiv und kreativ spielen würde, um damit unser beider Gewandtheit in der Variantenberechnung zu testen.

In dieser Stellung habe ich gerade auf c3 den dritten Bauer geschlagen (und nicht die Figur auf b6) und stehe parat nach Sc4 mit Df6 meine gewünschte dynamische Stellung zu erreichen, die durchaus spielbar ist!

Der Computer findet hier, dass weiss nach 22. b5 Se5 23. Lxe5 Sxe2+ 24. Dxe2 dxe5 25. Sc4 viel besser steht, aber ich habe immerhin meine 3 Bauern für die Figur und eine aktive Stellung. Wenn ich darauf die Vorsätze aufgeben würde, könnte ich mit e4 viel abtauschen und würde ein Endspiel mit 2 Türmen, 1 Springer und nur noch 2 verdoppelten f-Bauern für weiss gegen 2 Türme und 4 Bauern für schwarz erreichen. Das ist die beste Chance für meinen Gegner. Stattdessen wickelt er mit Sxd4 in einer ausgeglichenen Stellung ab (22. Sxd4 Sxe2+ 23. Sxe2 cxb6). Die Varianten mit Qualitätsgewinn verwerfe ich, da meine Königsstellung zu offen ist (22. Sxd4 Sxd4 23. Dxc3 Sxe2 24. Txe2 und sowohl auf Dxe2 als auf Lxe2 folgt 25. Sd5 mit grossem Vorteil für weiss). Kurze Zeit später entscheide ich mich Damen zu tauschen und damit ein mögliches Remis näher zu bringen...

... aber ja, nun muss einen Sieg her! Meinem Vorsatz auf Aktivität zu spielen treu bleibend, spiele ich weiterhin kreativ:

Mit dem Zug Tc8 nutze ich die Fesselung (nach 29. ... Tc8 30. Txc2 Lb3 31. Tdc1 Lxc2) aus um seine Damenflügelbauern zu verspeisen. Im dann folgenden Endspiel hat eigentlich nur schwarz Gewinnchancen, da der b-Bauer gefährlich vorrücken kann und weiss dafür vielleicht eine Leichtfigur opfern muss. Also unterstütze ich mit den Türmen das Vorrücken des Bauerns nach b2 und spiele den h-Bauern nach h5, um ihn auf dem Brett zu behalten:

Es ist immer noch remis, aber mein Gegner findet in dieser Stellung die Verteidigung Kd1 nicht und spielt g3. Das anschliessende Endspiel (nach 46. g3 Ta1 47. Kd3 Txd2+ 48. Lxd2 b1D+) ist (da ich die 2 Bauern behalten habe) einfach gewonnen. Einen Sieg mit schwarz gegen einen Internationalen Meister ist so oder so schön, aber mit dem damit geretteten Mannschaftspunkt natürlich um so schöner!

So erreichten wir in Court ein sehr verdientes 4-4 Unentschieden und freuen uns auf die weiteren Begegnungen!

Martijn


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